Verbandsliga Südbaden - Saison 2016/2017


 

38. Spieltag - Samstag, 20.05.2017 * 15:30 Uhr

Freiburger FC - FC Neustadt   5 : 5   (2:3)    



Vorbericht

Südkurier, 19. Mai 2017
FC Neustadt: Mit Leichtigkeit ins große Finale
Verbandsliga-Aufsteiger gastiert am letzten Spieltag beim Vizemeister Freiburger FC
Fußball-Verbandsliga: Freiburger FC – FC Neustadt (Samstag, 15.30 Uhr). Die 90 Minuten werden entscheiden, ob der FC Neustadt auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga spielt oder nach nur einem Jahr wieder zurück in die Landesliga muss. Gesucht wird der vierte und letzte Absteiger. Die Kandidaten sind der FC Neustadt (39 Punkte) und der SV Bühlertal (38). Beide haben am Samstag vergleichbare Auswärtsaufgaben. Neustadt spielt beim Tabellenzweiten FFC, Bühlertal beim Rangdritten in Denzlingen.
„Es ist ein echtes Finale und wird möglicherweise gar zum Herzschlagfinale. Die Anspannung ist bei allen spürbar. Wir sollten dennoch mit einer gewissen Leichtigkeit in die Partie gehen und dürfen nicht verkrampfen“, sagt Neustadts Trainer Benjamin Gallmann. Er will auf die Spieler keinerlei Druck ausüben, befürchtet aber eine gewisse Nervosität. „Dies muss kein Nachteil sein. Wer nervös ist, spielt auch konzentriert. Und darauf kommt es an“, ergänzt Gallmann.
Im Abschlusstraining will Gallmann den Spaß und die Spielfreude in den Mittelpunkt stellen. „Wir müssen keine großen Worte wechseln. Jeder Spieler kennt die Konstellation. Viel wichtiger ist, den Endspielcharaker als positives Ereignis zu vermitteln. „Es ist ja fast schon eine kleine Sensation, dass wir so weit gekommen sind und sogar die leicht bessere Ausgangslage haben. Wir haben die Chance, uns für eine intensive Saison zu belohnen“, betont der Übungsleiter. Gallmann hofft, dass viele Neustädter Anhänger die kurze Strecke nach Freiburg nutzen, um die Mannschaft zu unterstützen. „Das ist keine Phrase. Die Unterstützung der Fans kann einige Prozent ausmachen.“
Definitiv ausfallen wird nur der schon länger verletzte Sascha Waldvogel. Fraglich ist der Einsatz von Florian Heitzmann, in der kommenden Saison auch Co-Trainer von Gallmann. Heitzmann ließ am Dienstag das Training aus, um seinen Fuß zu schonen. Am Freitag wird es einen abschließenden Härtetest geben. Gallmann ist schon jetzt sicher, dass dieser positiv ausfallen wird. „Wer Flo kennt, weiß um seinen unbändigen Ehrgeiz. Er wird es irgendwie hinbekommen, dass er spielt. Er ist für uns ein Routinier und Führungsspieler, der auch Ruhe in die Aktionen bringen kann“, fügt Gallmann an. Dank der personellen Möglichkeiten ist für den Trainer aber auch klar, „dass es drei, vier Härtefälle geben wird“. Spieler, die ansonsten gesetzt sind, werden mit der Bank Vorlieb nehmen müssen.
Um stets über den Stand im Parallelspiel informiert zu sein, werden die Neustädter einen Beobachter in Denzlingen platzieren. Nur zu gern möchten die Neustädter die Angelegenheit aus eigener Kraft zu ihren Gunsten regeln. Ob die Freiburger kurz vor den Oberliga-Aufstiegsspielen möglicherweise einen Gang zurückschalten, ist für Gallmann Nebensache. „Wir rechnen mit einer Mannschaft, die sich für den Höhepunkt in Form bringen will. Alles andere können wir nicht beeinflussen.“

 



Spielbericht

 

Spielverlauf

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FC Neustadt feiert den Klassenerhalt
Verbandsliga-Aufsteiger trotzt Vizemeister Freiburger FC ein torreiches 5:5-Unentschieden ab
Fußball-Verbandsliga: Freiburger FC – FC Neustadt 5:5 (2:3). (wmf/ak) Mit dem Unentschieden in Freiburg machte Aufsteiger Neustadt den Klassenerhalt endgültig perfekt. "Mission erfüllt", strahlte Trainer Klaus Gallmann nach dem Schlusspfiff und ließ die Wasserdusche von seinen Spielern lachend über sich ergehen. "Der Klassenerhalt setzt meiner Zeit in Neustadt die Krone auf. Ein Riesenkompliment an die Mannschaft", sagte der Coach, der sich künftig aus der Trainerarbeit in Neustadt zurückziehen wird.
Bereits zur Pause hatte sich das Happy-End abgezeichnet, da Abstiegskonkurrent SV Bühlertal in Denzlingen mit 0:2 in Rückstand lag. "Das haben wir zur Pause unseren Jungs auch gesagt", gab Gallmann nach dem Schlusspfiff preis. Doch der Liganeuling aus dem Hochschwarzwald stellte das Fußball spielen im zweiten Durchgang keineswegs ein, sondern trotzte dem Vizemeister ein torreiches Unentschieden ab, während Bühlertal klar mit 1:5 verlor
Neustadt überließ den Freiburgern über weite Strecken den Ball und verlegte sich auf Konter. Zwei dieser schnellen Angriffe führten bereits in der Anfangsphase zu zwei blitzsauberen Treffern, ehe die Freiburger binnen drei Minuten zum zwischenzeitlichen Ausgleich kamen. Doch dann brachte Peter Schubnell, einst beim FFC in der Jugend, die Gäste mit einem Strafstoß erneut in Führung.
Die Heimelf gab sich indes auch nach dem vierten Gegentreffer nicht geschlagen. Marco Senftleber traf zweimal, ehe erneut Enderle die Freiburger erstmals in Führung schoss. Neustadts Torjäger Sam Samma erzielte in der vorletzten Minute per Kopf das Tor zum 5:5-Endstand und setzte damit den Schlusspunkt unter eine kurzweilige Partie.
Während die Runde für Aufsteiger Neustadt mit dem Klassenerhalt ein glückliches Ende fand, startet der FFC zu Wochenbeginn in die Vorbereitung auf die Aufstiegsspiele. Freiburgs Cheftrainer Ralf Eckert lässt keine Zweifel daran, dass die Rückkehr in die Oberliga das große Ziel ist: „Da wollen wir wieder hin.“ 
Tore: 0:1 Samma (14.), 0:2 Gutscher (20.), 1:2 Enderle (34.), 2:2 Enderle (37.), 2:3 Peter Schubnell (41./Foulelfmeter), 2:4 Gutscher (48.), 3:4 Marco Senftleber (55.), 4:4 Marco Senftleber (64.), 5:4 Enderle (72.), 5:5 Samma (89.). Zuschauer: 220. Schiedsricher: Arne Grigorowitsch.
FC Neustadt: Gantert (88. Werner), Gutscher, Papa, Weerakkody, Bruhn, Ketterer (80. Katava), Heitzmann, Falkowski (74. R. Schubnell), Maier (63. Mundinger), P. Schubnell, Samma.


 

Nachbetrachtung
Südkurier, 23. Mai 2017

FC Neustadts Trainer Benjamin Gallmann: „Keiner drehte durch“
Am letzten Spieltag sicherte sich der Aufsteiger FC Neustadt den Klassenerhalt in der Fußball-Verbandsliga, womit wenige gerechnet hatten. Im SÜDKURIER-Interview zieht Trainer Benjamin Gallmann Bilanz.
Herr Gallmann, Neustadt startete mit acht Niederlagen in die Saison. Gab es bei Ihnen damals Zweifel an der Tauglichkeit der Mannschaft für diese Liga?
Zweifel gab es nicht, aber wir haben unsere Arbeit natürlich in Frage gestellt, alles durchleuchtet und nach Stellschrauben gesucht, an diesen wir drehen müssen. Ein besonderes Lob gilt dem gesamten Verein. Es blieb auch in dieser Phase immer ruhig. Mein Bruder Klaus und ich konnten jederzeit in Ruhe unsere Trainerarbeit durchziehen. Keine drehte durch. Das war ein Schlüssel zum Erfolg.
Ab wann haben Sie fest daran geglaubt, dass es mit dem Klassenerhalt klappen kann?
Ich habe immer daran geglaubt, weil ich die Mannschaft in den Spielen und im Training gesehen habe. Da wurde stets hart gearbeitet. Wir haben zu Beginn oftmals knapp verloren. Ein Schlüsselerlebnis war der 4:3-Sieg gegen Bad Dürrheim direkt nach der Winterpause, als wir 0:3 zurücklagen.
Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?
Das Wir-Gefühl. Die Mannschaft hat einen großartigen Charakter und ein großes Herz. Die Jungs sind extrem selbstkritisch. Auch die Spieler haben immer an das große Ziel geglaubt. Ein Beispiel dafür ist das letzte Spiel beim FFC. Wir liegen 4:5 hinten und wussten, dass auch diese Niederlage zum Ligaerhalt reicht. Dennoch wollten die Spieler nicht verlieren und schafften noch den Ausgleich.
Was bedeutet der Klassenerhalt für den Verein? Gab es schon Rückmeldungen?
Es gab zahlreiche Rückmeldungen. Der ganze Verein war am Samstag wie elektrisiert. Wir haben etwas geschafft, was uns wenige zugetraut haben. Nach acht Auftaktniederlagen 40 Punkte zu holen, ist bei der Qualität der Verbandsliga außergewöhnlich. Ich habe vor den Jungs den allergrößten Respekt. Für mich ging ein Traum in Erfüllung und für viele andere auch. Mein Bruder Klaus sagte, der Klassenerhalt ist höher einzuschätzen als die Landesliga-Meisterschaft vor einem Jahr.
Wie wurde gefeiert?
In Freiburg auf dem Platz. Abends ging die Party in Neustadt richtig los. Die Jungs haben da einiges abgezogen. Für mich war es eine Mischung aus Erleichterung und Erschöpfung.
Sie selbst sind erst 32 Jahre, ihr Bruder Klaus 29. Einige Experten sagten, mit einem so jungen Trainer-Duo lasse sich eine so hohe Liga nicht stemmen. Was sagen Sie dazu?
Da halte ich dagegen. Es gibt kein jung und alt, sondern nur erfolgreich oder nicht erfolgreich. Auch wir mussten in der Saison viel lernen, uns entwickeln und neue Wege gehen. Wir sind nicht mehr die, die am ersten Spieltag am Spielfeldrand standen.
Wer hat den größten Leistungssprung in ihrem Team gemacht?
Es wäre unfair, einzelne Spieler herauszupicken. Beeindruckend war, dass Spieler, die in Köln oder München studieren, zu unseren Spielen anreisten. Es ist nicht selbstverständlich, diese Strapazen auf sich zu nehmen.
Wann beginnen die Planungen für die kommende Saison?
Am Samstag war Party, am Sonntag Erholung und am Montag begannen die Planungen. Jetzt stehen viele Gespräche mit potenziellen Neuzugängen an. Stand heute haben wir noch keinen neuen Spieler verpflichtet. Wir wollen auch keinen Umbruch, sondern nur punktuell etwas machen.
Die Fußballhistorie zeigt, dass das zweite Jahr für einen Neuling sehr oft schwieriger ist als das erste Jahr. Geht es in der neuen Saison wieder nur um den Klassenerhalt?
Ab dem ersten Spieltag gilt es Punkte dafür zu sammeln. Jede andere Aussage von mir wäre überheblich. Was für uns spricht, ist die gewonnene Reife der Mannschaft. Das kann uns zugutekommen. Am 27. Juni geht es wieder los. Dann zählen allein die kommenden Monate und nicht mehr, was wir jetzt erreicht haben.
Fragen: Dietmar Zschäbitz



 

 


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