100 Jahre FC Neustadt


FC Neustadt, der Fußballclub im Hochschwarzwald mit einer mehr als 100jährigen Tradition.




Badische Zeitung, 23. Juli 2011
100 Jahre FC Neustadt
Eine Plakette für Blau-Weiß
Höchste Ehrungen erfuhr der Fußballclub Neustadt beim Festbankett anlässlich der 100-Jahr-Feier im Zelt auf dem Zirkusplatz. Landrätin Dorothea Störr-Ritter überreichte die Sportplakette des Bundespräsidenten: "Dies ist die höchste staatliche Auszeichnung für Turn- und Sportvereine in Deutschland", betonte sie bei der Übergabe an den FCN-Vorsitzenden Arnold Löffler. Der Präsident des Südbadischen Fußballverbandes, Alfred Hirt, stand der Politikerin kaum nach. Er hatte die Ehrenplakette des Deutschen Fußballbundes im Gepäck.

      


TITISEE-NEUSTADT. "In Deutschland gibt es 90 000 Sportvereine mit fast 30 Millionen Mitgliedern. Einer davon ist der FC Neustadt," gratulierte Dorothea Störr-Ritter. In den 100 Jahren seines Bestehens habe der Verein ganz unterschiedliche Epochen durchgemacht. Sie erinnerte an den Film "Das Wunder von Bern", in dem Jungen mit einem Lumpenklumpen Fußball spielten: "Auch der FC Neustadt hat mit nichts angefangen und steht heute so glänzend da. Das ist bewundernswert, darauf dürfen alle Beteiligten stolz sein." Einen solchen Verein zu führen sei eine große Herausforderung: "Es bedarf immer tatkräftiger Männer und Frauen, die den Karren ziehen." Aufgabe des Staates sei, dieses bürgerschaftliche Engagement zu stärken. Die Sportplakette sei ein Zeichen der Anerkennung und des Lobs: "Der FC Neustadt hat sich um den Sport und die Gesellschaft verdient gemacht."
"Der FC Neustadt gehört zu den führenden Vereinen"
Die Auszeichnung zum Hundertjährigen wird nur auf Antrag verliehen und bedarf der Empfehlung des Deutschen Olympischen Sportbundes. Die handtellergroße Plakette zeigt auf der Vorderseite den Bundesadler, auf der Rückseite ein Lorbeerblatt. Die Urkunde ist unterzeichnet von Bundespräsident Christian Wulff.
Die Glückwünsche des Deutschen Fußballbundes, des Südbadischen Fußballverbands, des Bezirks Schwarzwald und des Badischen Sportbundes übermittelte Alfred Hirt. "Der FC Neustadt gehört zu den führenden überbezirklich spielenden Vereinen." Der SBFV-Präsident verlas einige Fußballregeln aus den Anfängen: "Damals wurden noch keine hohen Anforderungen an die Spielstätten gestellt." Neben der DFB-Ehrenplakette übergab er Geschenke und Ehrenurkunden sowie Geldpräsente.
Mit Rudi Krämer, seit 52 Jahren FCN-Mitglied, Jugendleiter, Spielausschussvorsitzender, Mitbegründer und Vorsitzender des Freundeskreises, hielt ein profunder Kenner der Blau-Weißen die Laudatio: "1911 war ein Jahr, in dem noch Kaiser Wilhelm regierte und in Teilen Europas der erste internationale Frauentag gefeiert wurde." Am 30. Juli jenes Jahres "haben einige Männer beim Pavillon des Schützenhauses das runde Leder zum Rollen gebracht. Damals musste der Fußballsport noch um seine Akzeptanz kämpfen." Krämer ging im Zeitraffer auf einige Eckpunkte und Marksteine in der FCN-Geschichte ein: "Praktisch aus dem Nichts entstand der älteste reine Fußballverein im Hochschwarzwald." Erster Gegner im September 1911 war der SV Saig. Trotz zweier Weltkriege, industrieller Revolution, Weltwirtschaftskrise und Nazizeit: "Es gab immer wieder schöne Ereignisse zu feiern." Krämer skizzierte das sportliche Auf und Ab und den Neuaufbau in den 50er Jahren: "Der FCN ist der erfolgreichste und beständigste Fußballverein im Hochschwarzwald." Er lobte die beispielhafte Jugendarbeit. Gleichwohl gelte der Satz von Vinzenz von Paul, französischer Priester und Ordensgründer: "Wir sind niemals am Ziel, sondern immer auf dem Weg." Die Freude und Begeisterung am Fußball präge den FC Neustadt seit 100 Jahren: "Aus elf Freunden wurde eine große Familie mit über 700 Mitgliedern."
In vielfältiger Weise in der Stadt engagiert
Bürgermeister Armin Hinterseh erinnerte an den Bau des Kunstrasenplatzes: "Das war eine gelungene gemeinsame Aktion von Stadt, dem FC Neustadt und SV Hölzlebruck und des Badischen Sportbundes. Damit hat sich vor allem die Situation für die Jugend verbessert." Der FC Neustadt spiele nicht nur guten Fußball, sondern engagiere sich in vielfältiger Weise in der Stadt. Der Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger hat eine ganz persönliche Erinnerung an Neustadt: "Unterhalb meiner Augenbraue ist eine kleine Narbe. Sie stammt von einem Freundschaftsspiel der Kolpingbrüder Neustadt gegen Tiengen."
Im Beisein von Altbürgermeister Martin Lindler, BSB-Präsident Gundolf Fleischer, des Bezirksvorsitzenden Kuno Kayan und des ehemaligen Landtagsabgeordneten Klaus Schüle, lud Moderator Stefan Mayer einen illustren Kreis zum munteren "Doppelpass" auf die Bühne. Der ehemalige Erfolgstrainer Dieter Rinke, der sechs Jahre beim FCN an der Bande stand, schwärmte von seinem Lieblingsspieler Gerd Stiegeler: "Der hätte auch in der ersten Bundesliga spielen können." Stiegeler war 1976 mit dem BSV Schwenningen in die zweite Bundesliga aufgestiegen, später nach Neustadt zurück gekehrt: "Ich habe viele hochklassige Trainer erlebt, einer davon war Dieter Rinke." Der langjährige Spielausschussvorsitzende Alfons Janisch verstand sich anfänglich gar nicht mit Coach Rinke: "Heute sind wir echte Freunde und gehen zusammen in Urlaub." Britta Krieg-Rosenthal, Nachfolgerin von Alfons Janisch: "Ich muss noch viel lernen." Alfred Hirt lernte Neustadt während seiner 25 Jahre als Schiedsrichter kennen: "Ohne die 90 Spielminuten wären Dieter Rinke und ich sicher gute Freunde geworden.




Hier können Sie die Festzeitschrift lesen.
Einfach anklicken!







  Letzte Aktualisierung:  ** © 2002- FC Neustadt 1911 e.V.